Doris Lauerwald - Künstlerischer Werdegang

"Sprechen oder Singen"
bzw. "Die Henne oder das Ei"?


Ich werde oft gefragt, wie ich zur Arbeit vor dem Mikrophon gekommen und was denn da zuerst gewesen sei - Sprechen oder Singen?

Ginge es nach meinen Eltern, müsste die Antwort wohl "Schreien" lauten - "Sie am Anfang so laut geschrieen, dass die Krankenschwester sie aus dem Zimmer bringen mußte", erzählen sie oft. Keine Angst, sie haben mich später wieder zurückbekommen und zu einer respektablen Köpergröße herangezogen. Heute meinen Sie, dass dies wohl das Lungentraining für meine jetzigen Tätigkeiten war.

Gut, soviel Training wäre wahrscheinlich anfangs noch gar nicht nötig gewesen - mein Erstkontakt mit einem Tonstudio fand ja noch nicht im Säuglingsalter statt.

Begonnen hatte alles etwas später mit frühkindlichen schauspielerischen Aktivitäten in verschiedenen Filmen, Serien, TV-Werbespots und Lehrfilmen für das Schulfernsehen. Meine Filmeltern bzw. Schauspielkollegen und Regisseure waren z.B. Vera Tschechowa, Gabriel Barylli, Walter Sedlmayr, Florian Gallenberger, Ruth Kappelsberger, Klaus Ickert und Uli König. Ich spielte in Kinderserien und Filmen wie "Anderland", "Nachbarstädte", "Gefühlssachen", "Das feuerrote Spielmobil", "Die Sprechstunde", "Pumuckl", "Aktenzeichen XY ungelöst" u. a.

An eine Rolle kann ich mich noch besonders gut erinnern: Ich musste bei Dreharbeiten zu einem Werbespot für "Dany plus Sahne" soviel von dem Pudding essen, dass ich bei einer anschließenden Tanzaufführung in der Schule Mühe hatte, während der Drehungen alles bei mir zu behalten.

Als es irgendwann daran ging, einige Passagen meiner Sprechrollen zu synchronisieren, stand ich zum ersten Mal in einem Synchronstudio. Von diesem Zeitpunkt an ließ mich die Faszination für diese eben so spezielle Atmosphäre im Tonstudio nicht mehr los.

Bald durfte ich auch die Rollen anderer Kinder synchronisieren, wie z.B. neben Gudrun Landgrebe in "Annas Mutter", und sprach in Kinder-Hörspielen, wie z.B. "Burg Schreckenstein" und diversen Lehr- und Werbefilmen. Bis zum Jugendalter sammelte ich somit einiges an Erfahrung vor der Kamera und vor dem Mikrophon.

Trotz einer Kindheit im Medienstandort Unterföhring (kaum einen Steinwurf von ZDF, BR und anderen TV-Stationen entfernt) war ich in einem bodenständigen Elternhaus aufgewachsen. Deshalb entschloss ich mich auf Anraten meiner Eltern
(O-Ton Papi: "Madl, lern was gscheits!")
(O-Ton Mami: "Kind, dann hängst Du ständig auf Castings rum - das ist frustrierend!") -
erst einmal gegen eine Schauspielausbildung und habe dies bis heute nicht bereut.

Hatte ich durch meine "gscheiten" Tätigkeiten (Stewardess war mein längstes und letztes Angestelltenverhältnis vor meiner hauptberuflichen Selbständigkeit) und die daraus resultierende finanzielle Sicherheit doch die Möglichkeit, mir (...endlich!) nebenbei mein erstes eigenes Studio einzurichten, sowie Gesangs-, Atem- und Sprechunterricht zu nehmen.

Inzwischen hatte ich nämlich schon lange eine weitere Leidenschaft und einen neuen Grund, mich in einem Tonstudio aufzuhalten, entdeckt: Das Singen.

Ich bastelte also in jeder freien Minute (und zum Leidwesen meines Umfelds vorwiegend nachts) in meinem damaligen Keller-Studio auf Logic Audio Platinum an meiner Musik. Mit Hilfe meines ersten eigenen Equipments - dem Synthesizer Yamaha CS1X, diversen Plugins und dem Mikrophon "AKG C2000B", das ich zwischenzeitlich durch ein "Neumann U87" ersetzt habe, erstellte ich Arrangements für meine Songs und mischte sie anschliessend mit Gesang und Sprechstimme. Daraus entstanden Demoproduktionen in den Pilot Tonstudios München und später in den Farao Studios München in Zusammenarbeit mit Andreas Caemmerer.

Ein Schlüsselerlebnis während eines 7-tägigen Malediven-Aufenthaltes im Rahmen meiner Tätigkeit als Stewardess sollte mich dann endlich dazu bringen, jegliches Angestelltenverhältnis zu lösen: Ich lag an einem weißen Sandstrand unter strahlend blauem Himmel auf einer paradiesisch anmutenden Insel im Indischen Ozean -
und wünschte mich in meinen KELLER.

..natürlich konnte ich mit niemandem darüber sprechen...

Zu Hause angekommen löste ich mein Arbeitsverhältnis und stürzte mich in den Aufbau eines professionellen Aufnahmestudios, eine Sprecherausbildung, eine "Medienschauspielausbildung" inklusive Acoustic Acting, Camera Acting, Sprecherziehung, Rollenarbeit und Moderationstraining. Zusätzlich nahm ich weiterhin klassischen Gesangsunterricht und Klavierunterricht und setzte mein Ausbildung bei renommierten Sprecherziehern fort, welche mein sprecherisches Wirken auch heute noch in regelmässigen Abständen kontrollieren.

Nach Beendigung des medienorientierten Schauspieltrainings und nach jahrelanger nebenberuflicher Praxis wurde 2003 meine hauptberufliche Selbständigkeit, alias
"Doris Lauerwald - Sprecherin | Sängerin
und Produzentin"

geboren und ich liefere seitdem Sprach- und Gesangsaufnahmen aus dem eigenen Tonstudio (das sich nun zum Glück nicht mehr im Keller, sondern in meinem Dachgeschoß befindet)
in alle Welt.

Jetzt, in 2013 angekommen, arbeite ich immer noch ab und an als Produzentin. Auch führe ich noch leidenschaftlich gerne Sprachregie bei der Aufnahme anderer Sprecherinnen und Sprecher in vielen Sprachen - wie zum Beispiel für ein Projekt der T-Com, bei welchem ich die Aufnahme und Sprachregie von Michael Ballack, Christoph Metzelder, Sebastian Kehl, Gerald Asamoah und Kevin Kuranyi durchgeführt habe. Der "Main Focus" liegt nun jedoch auf der Arbeit mit meiner eigenen Stimme. Auf dem newsBLOG meiner Website erfahren Sie, in welchen Produktionen, TV-Trailern und Dokumentationen Sie meine Arbeiten aktuell hören können.

Viele dieser Produktionen sind in meiner eigenen Sprecherkabine entstanden -
andere in den Studios meiner Kunden.

Mit welcher Art der Interpretation darf ich Ihrer Produktion eine Stimme verleihen?

Doris Lauerwald

HP-Forum 08.03.2006
Doris Lauerwald, Vera Tschechowa, Gabriel Barylli - "Gefühlssachen"
Doris Lauerwald und Florian Gallenberger - Szenenfoto
Doris Lauerwald - Szenenfoto "Nachbarstaedte"